Donauwelle aus der Plüschi-Backstube
Hallo ihr lieben plüschigen und unplüschigen Leserinnen und Leser,
in meinem letzten Back-Beitrag habe ich euch ja erzählt, dass ich den zweitliebsten Kuchen von meinem Papa A gebacken habe, weil ich mich an seinen liebsten Kuchen, die Donauwelle, nicht so rangetraut habe. Eldur, der Backdrache der Drachenfamilie, hat mir deshalb gesagt, wenn ich mal bei ihnen zu Besuch bin, zeigt er mir, wie das mit der Donauwelle geht, dass ich die zukünftig auch backen kann. Nachdem ich nun im Mai, während meine Menschen – gemeinerweise ohne mich – in Urlaub waren, Urlaub bei der Drachenfamilie gemacht habe, war es soweit und ich konnte von Eldur lernen, wie plüschi Donauwelle backt.

Weil es sehr zu Eldurs (und Floras) Verdruss keinen Sauerkirschbaum im Drachenfamilienzuhause gibt, mussten als erstes die gekauften tiefgefrorenen Sauerkirschen im Gefrierschrank gesucht werden. Ich finde ja, dass der viel zu feucht und zu kalt ist, Eldur als Feuerdrache allerdings leider auch, und so haben wir Schere – Stein – Papier gespielt, wer sich opfern und den Gefrierschrank öffnen muss. Leider habe ich verloren. Zum Glück lagen die Kirschen aber ganz oben, so dass ich meine Flügel immerhin nicht lange in diese ekelhafte Kälte halten musste.

Da die tiefgekühlten Sauerkirschen erstmal auftauen mussten, haben wir eine Siebschüssel gebraucht. Eldur wollte sie aus dem Schrank holen, aber mit dem Runterreichen hat es nicht ganz so geklappt wie geplant. Zum Glück war die Schüssel sauber, als sie mir auf den Kopf gefallen ist…

Als die Tante Moni gehört hat, dass wir in der Küche rumkruschteln, und mit einem Blick auf die tiefgefrorenen Sauerkirschen auch sofort gewusst hat, was wir vorhaben, hat sie mit ihrem strengstmöglichen Blick verfügt, dass ich mir gefälligst eine Schürze umzubinden habe, wenn ich mit Eldur backen möchte, weil „meine Menschen sie lynchen, wenn nach meinem Urlaub Teig, Buttercreme oder Schokolade in meinem Plüsch klebt“. Ich muss schon sagen, melodramatisch kann die Frau… (Meine Menschen sind nämlich keine Unmenschen!). Aber sie war unerbittlich, ohne Schürze keine Donauwellen-Backaktion. Eldur meinte, das sei kein Problem, und ist sofort losgeflattert um Kiwii zu fragen, ob ich ihre Schürze haben darf…

Die hätte mir ihre Schürze auch sofort überlassen, allerdings stellte sich heraus, dass ich ein winzigkleines bisschen größer bin als sie und ihre Schürze mir daher nicht passte. Da war guter Rat teuer. Die Kreativdrachen haben natürlich direkt überlegt, eine Schürze zu nähen, aber das hätte ja erstmal einige Zeit beansprucht und eigentlich habe ich ja eine Schürze, nur war die zuhause geblieben…

Wir saßen also beratschlagend herum, als Bella, die kurz zuvor aufgeregt weggeflattert war, mit einer Kuscheldecke von unserer unplüschigen Cousine und einem Judogürtel unserer Tante Moni angeflogen kam und rief: „Ich hab eine Idee!“ Nun hat Bella gerne mal sehr abenteuerliche Ideen, …

… aber in dem Fall war die Idee grandios. Aus der Kuscheldecke und dem Judogürtel wurde eine so gute Schürze improvisiert, dass die Tante Moni die Küche für unsere Backaktion wieder freigegeben hat!

Eldur und ich sind also zurück in die Küche gegangen.

Dort haben wir erstmal die Buttervorräte aus dem Kühlschrank reduziert. Zum Glück kann ich ja perfekt mit dem Messer umgehen, so dass kurz darauf die richtige Buttermenge auf zwei Schüsseln aufgeteilt war – eine für den Teig und eine für die Buttercreme. Wir haben dann sicherheitshalber noch Zettel an die Schüsseln geklebt, dass wir die nicht verwechseln, denn die wurden jetzt erstmal beiseitegestellt, dass die Butter weich wird.

Ich habe derweil den Pudding für die Buttercreme vorbereitet. Erst das Puddingpulver in eine Tasse mit etwas Milch…

… und dann das Pudding-Milch-Gemisch in den Topf mit Milch auf dem Herd einrühren.

Als die Masse angefangen hat fester zu werden, kam der Topf vom Herd und wurde mit etwas Frischhaltefolie abgedeckt, dass sich keine Haut bildet. Anschließend wurde er zu den anderen beiseitegestellten Behältnissen – den beiden Schüsseln mit der Butter, die weich werden, und der Siebschüssel mit den Sauerkirschen, die auftauen sollten – gestellt.

Dann ging es mit der Teigschüssel, in der die Butter inzwischen weich geworden war, weiter. Fachplüschig habe ich auf Eldurs Anweisung den Zucker abgewogen…

… und den Zucker mit der Butter verrührt.

Nach und nach kamen dann auch die weiteren Zutaten in die Schüssel und wurden von mir unter Eldurs aufmerksamer Beobachtung in den Teig eingerührt. Teig rühren ist nämlich was Neues für mich, bei mir Zuhause übernimmt das eine Maschine, aber bei der Drachenfamilie wird das mit der Pfote oder in meinem Fall mit dem Flügel erledigt. Ganz schön anstrengend!

Anschließend wurde 2/3 des Teiges auf ein Backblech gelöffelt und dort breitgestrichen. Das hat die Tante Moni übernommen, weil das eine ziemlich schmierige Angelegenheit ist und wer möchte schon Teig in seinem Plüsch haben?! Ich nicht! Und Eldur auch nicht! Am Ende müssten wir noch in die Waschmaschine und das ist bäh! Während Eldur also aufgepasst hat, dass die Tante Moni den Teig ordentlich verteilt, habe ich weisungsgemäß einen Löffel Kakaopulver in den verbliebenen Teig eingerührt.

Dann wurde der dunkle Teig dann auch noch auf das Blech gestrichen, auf den hellen Teig drauf. Das hat auch wieder die Tante Moni gemacht.

Anschließend haben Eldur und ich die Kirschen auf den beiden Teigschichten verteilt und dann kam das Blech in den Ofen.

Dann mussten wir erstmal eine Weile warten, bis der untere Teil der Donauwelle gebacken und abgekühlt war. Während des Abkühlprozesses haben wir die Buttercreme vorbereitet. Eldur hat löffelweise den Pudding zu der weichen Butter gelöffelt und ich war dafür zuständig, alles gleichmäßig zu verrühren.

Anschließend hat Eldur mir noch seinen Buttercreme-Geheimtipp verraten: Sie ist optimal, wenn der Schneebesen von alleine in der Buttercreme stehen bleibt. Ich würde sagen: Schneebesentest bestanden!

Die Tante Moni wurde dann beauftragt, die inzwischen abgekühlte Donauwelle mit der Buttercreme zu bestreichen, weil Buttercreme und Plüsch, das verträgt sich nicht gut. Eldur hat mir derweil noch gezeigt, wie das mit der soliden Schokoladenschicht für die Donauwelle funktioniert. Erstmal je einen Block Vollmilch- und Zartbitter-Kuvertüre in Stücke brechen und in eine mikrowellenfeste Schüssel werfen. Das ist wichtig, schließlich soll die Schokolade schmelzen, nicht die Schüssel! (und ja, es gib Gründe, dass ich das betonen muss!)

Anschließend bei halber Wattzahl in kurzen Zeitintervallen in der Mikrowelle fahren lassen. Auch das ist wichtig, weil wenn das zu lange oder zu heiß fährt, verbrennt die Schokolade und die „berüchtigte“ Schokohle entsteht. Und das wollen wir ja auf keinen Fall! Am Ende denkt noch jemand, ein Drache hätte gezündelt… Das solange wiederholen, bis die Kuvertüre komplett geschmolzen ist…

Zuletzt die geschmolzene Kuvertüre auf die Buttercreme streichen – das durfte wieder die Tante Moni machen, weil, ihr wisst schon, auch Schokolade und Plüsch verträgt sich nicht gut. Danach die Donauwelle kaltstellen und idealerweise den Kühlschrank versperren, dass gewisse donauwellenhungrige Drachen sie nicht direkt verspeisen. Wenn sie durchgekühlt ist, ist sie servierbereit.
Und ich war sehr gespannt, wie meine Donauwelle meinen Menschen schmeckt. Die sind nämlich an dem Tag der Backaktion aus dem Urlaub zurückgekommen und sind am Tag drauf bei der Drachenfamilie vorbeigekommen, um meine unplüschige Cousine zu besuchen und ihr die Urlaubsmitbringsel zu übergeben, um Donauwelle zu essen und natürlich um mich abzuholen, denn mein Urlaub war dann schon wieder vorbei…
Plüschigste Grüße und bis bald mal wieder in der Plüschi-Backstube von
eurer Lumi
P.S. Die Donauwelle war natürlich perfekt und hat allen geschmeckt!



One Comment
Steffen
Das war eine schöne (und leckere) Donauwellenbackstunde! Der Sieg, der zufällig auf deinen Kopf gefallen ist, der passt doch quasi perfekt? Kiwiis Schürze sieht schon fast eher wie eine Corona-Maske aus XD. Aber Bella hatte da definitiv eine echt gute Idee. Das steht dir übrigens, Lumi, echt gut!
Kann es sein, dass du beim Zuckerabwiegen ein Stück von deiner Schürze mitgewogen hast? Nicht, dass am Ende der Zucker zu wenig ist … aber ich macht das toll zusammen! Ihr sein ein tolles Team! Vielleicht habt ihr ja beide zusammen öfter Lust eine Donauwelle zu backen und die Leckerei, sehr zu Sirius Freunden, gibt es ein bisschen häufiger 🙂
Und ja, ich möchte noch einmal betonen, eine solide Schokoladenschicht ist ein WESENTLICHER Bestandteil einer Donauwelle. Nur echt mit dem Schokoladenknack! Früher gabs da mal ein Eis, die haben auch damit Werbung gemacht, aber das wurde mittlerweile ja so sehr Billigoptimiert, das Macht zwar noch Knack aber der Geschmack naja … Genauso der Mikrowellenschmelztrick wurde ja auch perfektioniert. Nicht auszudenken, wenn wir mal wieder Schokole bekommen hätten!
Danke für die leckere Donauwelle, gerne wieder!
MFG
Steffen